Nun, so einfach und reibungslos wird es wohl selten vor sich gehen. Dennoch haben viele Mütter eine Menge unterschiedlicher Tricks kreiert, das Stillaus glimpflich über die Bühne zu bringen. Ihre grundsätzliche Entscheidung muss aber sein: Möchten Sie Ihr Stillkind allmählich entwöhnen oder wollen/müssen Sie aprupt abstillen?
Natürlich ist die erste Variante mit Vorteilen verbunden, denn das Stillen ist ja für das Kind längst nicht nur Nahrungsaufnahme oder Durst stillen. Das aprupte Abstillen kann beim Kind durchaus ein Trauma auslösen und erfordert viel Sensibilität seitens der Mutter, um das entstehende Defizit an Geborgenheit und emotionaler Sicherheit zu kompensieren.
Meist ist es nicht sehr schwer, den Stillwunsch mit Geduld und kleinen Tricksern hinauszuzögern. Oft ist ein Kind gerade ein bisschen müde oder traurig und verlangt nach der Brust. Wenn Sie es im Arm halten, ihm "schnell noch etwas zeigen" oder vorlesen, vergisst es nicht selten auf den Wunsch zu nuckeln. So lassen sich die Abstände vergrössern und die Gewohnheiten langsam und sanft verändern.
Wenn Sie den Termin Ihren Wiedereinstieg ins Berufleben kennen, dann beginnen Sie am besten rechtzeitig damit, Ihren kleinen Schatz sanft zu entwöhnen. So vermeiden Sie Stresssituationen bei sich selbst und damit auch bei ihrem Stillkind.
Durch den abfallenden Prolaktinspiegel in Ihrem Körper kann es zu Trauergefühlen und depressiver Verstimmung kommen. Nützen Sie diese Phase auch, um sich ganz bewusst von dieser besonderen Zeit des Stillens und der Nähe zu verabschieden.

Die Heftpflaster-Methode
hat sich bei Kindern, die so gross sind, dass sie das "Aua" schon verstehen, schon vielfach bewährt. Mama klebt die Brustwarzen mit einem Heftpflaster zu und hat Schmerzen. Das "Busi hat ein Aua". Für Ihre Hinterlist heimsen Sie dabei vermutlich noch zärtliche Streicheleinheiten und heilsames "Blasen und Bussi" ein, kaum ein Milchjunky hat je versucht, trotz des "Aua's" das Busi auszupacken. Wenn sie Ihr "Brustleiden" einige Tage durchhalten und dabei Ihrem zukünftigen Ex-Stillkind mit sehr viel Zuwendung, Zärtlichkeit und Aufmerksamkeit zur Seite stehen, gehört Ihre Stillbeziehung bald der Vergangenheit an.
(Achtung: nur etwas für Mütter mit starken Nerven und dem echten Willen zum Aus, denn wenn Sie jetzt rückfällig werden, haben Sie kaum eine zweite Chance mit dieser Methode durchzukommen)
Heftige Indianermethoden
Hanna Lothrop beschreibt in Ihrem Stillbuch die Variante, die Brustwarzen mit etwas Scharfem (Pfeffer, Senf, ...) einzustreichen. Warnen Sie das Stillkind vor, dass der Busen nicht mehr gut schmeckt und behalten Sie die Nerven, wenn Ihr/e kleine/r Busenfetischist/in sich dennoch lieber selbst überzeugen möchte ....
Unterstützt durch die Natur
Um parallel zu Ihren Bemühungen auch Ihre Milchmenge zu reduzieren helfen Ihnen vermutlich Salbei- und Pfefferminztee. Probieren Sie nötigenfalls beide aus, es gibt (wenige) Frauen, die auf diese beiden Kräutertees nicht wunschgemäß reagieren.
Auch homöopathisch können Sie das Abstillen mit Mitteln wie Phytolacca, Pulsatilla, etc. unterstützen. Suchen Sie hierzu eine/n erfahrene/n HomöopathIn auf, damit das für Sie passende Mittel bestimmt werden kann.
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