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Ohnmächtiger Papa

 

Zu Silvester 2006/2007 sind wir nach Bosnien  zu unseren Verwandten gefahren. Da ich in der Arbeit im Dauerstress war, vergaß ich vollkommen mir in Wien noch eine Packung Pillen zu holen. Also was soll's, dachte ich, verhüten wir halt in Bosnien mit Gummi. Leider war das nur ein Wunsch, nach einer durchgefeierten Nacht fiel es meinem Schatz nicht im Traum ein, ein Gummi zu benützen und schwupps wurde ich schwanger.
 
Zuerst glaubte ich das gar nicht, auch als ich 14 Tage drüber war und sogar dem Schwangerschaftstest vertrauten wir nicht, erst als der Arzt bestätigte, dass ich schwanger war, konnten wir unserer Freude freien Lauf lassen.
 
Meine Schwangerschaft war ein einziger Traum, keine Wehwechen, voll aktiv, mir war nicht übel und ich empfand mich vor allem wunderhübsch und sexy mit Bauch in Sommerkleidchen und T-Shirts.
 
Am 29. September war Geburtstermin, doch wir waren alle sicher, dass das Baby viel früher kommt, so wie ich sicher war, dass es ein Junge wird (wir wollten uns überraschen lassen).
Also beeilten wir uns mit dem Umzug und der Wohnungsrenovierung und waren bis Mitte September fertig ... doch dann wurde es langweilig. Es tat sich nichts, obwohl ich sicher war, dass das Baby bis zur 38. Woche längst auf der Welt sein wird. Wir warteten und ich neckte meinen Schatz zwischendurch, dass es losgeht, doch nichts tat sich. Am 28. September hatte ich CTG im AKH und alles schien ruhig, ich hatte hohen Bluthochdruck und das erste Mal in diesen 9 Monaten war etwas nicht OK, allerdings antließ man mich nach diversen Untersuchungen nach Hause und bat mich am 30. September zu kommen.
 
Doch alles kam anders. In der Nacht zum 29. September wurde ich gegen 1:30 Uhr unsanft aus dem Schlaf geweckt. Es waren Wehen! Ich war erstaunlich ruhig, stand auf, schaute auf die Uhr, alle 5 Minuten, machte diverse Übungen aus dem Geburtsvorbereitungskurs, duschte und holte dann meinen Mann gegen 3:30 Uhr aus dem Bett. Er überraschte mich ebenfalls mit seiner Ruhe und Gelassenheit, konnte es allerdings zwischendurch nicht glauben dass es "los geht". Gegen 5 Uhr kamen wir im AKH an. Die Wehen waren bereits heftig, der Muttermund 3cm offen und ich begann bei jeder starken Wehe zu brechen... Die Ärzte meinten nur, das ist gut so, der Muttermund öffne sich dadurch noch mehr...Allerdings konnte ich nicht mehr, am Ende erbrach ich nur noch Magensäure und war fertig. Also verlangte ich nach einem Schmerzmittel. Leider begannen sofort die Vorbereitungen für eine PDA  - ich war eher für eine sanfte Geburt und wenn Schmerzmittel, dann nur was sanftes, allerdings war es mir dann in diesen Augenblicken auch egal, hauptsache das Brechen hört auf.
 
Also begannen mir die Schwestern Blut abzunehmen und mein Schatz stand brav neben mir und hielt mich in den Armen. Plötzlich spürte ich wie er mich fallen lies und als ich aufschaute, sah ich ihn bereits nach hinten fallen. Ich schaffte es noch aufzuschreien, die Schwester fing ihn noch gerade rechtzeitig auf. Kurze Zeit später war er wieder da und total blass - er konnte kein Blut sehen und das Blutabnehmen war einfach zu viel. Doch bald war das alles vergessen, denn die Schmerzen wurden unausstehlich.
 
Leider zog sich die Geburt bis zum Nachmittag und als ich einen Pressdrang spürte, konnte ich es dann gar nicht glauben... Gegen 13:30  Uhr kam die Hebamme und meinte es dauert mindestens noch eine halbe Stunde, doch ich spürte, dass es los ging ... nach 3-4 Mal Pressen hörten wir auch den ersten Schrei unseres Engels. Die ersten Worte der Hebamme waren "Ein Bub", mein Schatz hatte Tränen in den Augen und überstand den Geburtsprozess ohne nochmalig die Ohnmacht zu verlieren und ich war einfach überglücklich...glücklich dass mein Edvin endlich da ist, glücklich, dass alles vorbei ist und glücklich, weil mein Mann mir die ganze Zeit wunderbar zur Seite stand und Mut machte.
 
Heute ist unser Edvin 10 Wochen alt und wir sind eine überglückliche, kleine Familie, die gerne die Geschichte mit dem in Ohnmacht gefallenen Papa in allen Details erzählt.


 
Herzlichen Dank für diesen tollen Geburtsbericht an Alma
 
 
© Baby-Boom 2005 - 2007 - Alle Angaben ohne Gewähr

 

 
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