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Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Vergangenes Weihnachten hat sich das Christkind ein besonderes Geschenk für uns ausgedacht – ich wurde schwanger, trotz Pille!

Die ersten 4 Monate waren eine Qual, mir war nur schlecht, hab mich dauernd übergeben und so weiter! Das volle Programm! Umso mehr genoss ich die Monate danach als es mir wieder besser ging, der Bauch immer größer wurde und die Bewegungen unseres kleinen Zwergis immer deutlicher zu spüren waren. Ich ging brav in den Geburtsvorbereitungskurs und machte Akupunktur damit sich der Muttermund termingerecht öffnet. Geburtstermin war der 17.9.2007.

Am 11.9.2007 war ich bei meinem letzten Akupunkturtermin und meine Ärztin war schon leicht verzweifelt weil sich außer der üblichen Senkwehen nichts getan hat. Deshalb fasste sie den Entschluss mir bei der Akupunktur eine „Turbonadel“ zu setzen. Gesagt – getan! Ich sollte dann am nächsten Vormittag wieder zur Kontrolle ob die Nadel etwas bewirkt hat.

Am nächsten Morgen hat sich dann gleich mal der Schleimpfropf von der Gebärmutter gelöst und ich hatte leichte Wehen. War aber ganz gelassen weil ich wusste dass es bis zu 48 Stunden dauern kann bis es losgeht, nachdem sich der Pfropf gelöst hat. Ich habe aber trotzdem vorsichtshalber meine Mutter mitgenommen, weil ich nicht allein sein wollte wenn sich doch etwas tun sollte. Um 10 Uhr hatte ich Termin und als meine Ärztin die Tastuntersuchung machte, hat sie gleich zu grinsen begonnen und gesagt:“ Das CTG machen wir nicht mehr hier, sie fahren gleich weiter ins Krankenhaus!“

Ich bin aus allen Wolken gefallen, denn dass es dann so schnell geht hätte ich nicht gedacht. Es hat sich durch die „Turbonadel“ über Nacht sogar der Muttermund geöffnet.

Meine Mutter und ich sind dann gleich weiter in die Klinik und auf dem Weg hab ich dann gleich mal meinen Freund in die Klinik bestellt. Dort angekommen ging die Prozedur los; CTG, warten, CTG, warten ,…

Nach fast 6 Stunden war es dann schon richtig fad, weil sich der Muttermund nicht weiter geöffnet hat, aber die Wehen immer stärker und kürzer wurden. Wir dachten schon es wäre falscher Alarm, wollten aber lieber noch warten. Meine Ärztin sagte dass wir noch bis 18 Uhr warten und dann schauen wir weiter. Wir sind dann 2 Stunden lang im Krankenhaus auf und ab gegangen und die Wehen kamen schon alle 1,5 Minuten. Für mich war klar, ich fahr nicht mehr heim. Als meine Ärztin wieder kontrolliert hat, war der Muttermund immer noch gleich weit offen. Da aber die Wehen schon so heftig waren, wurde beschlossen unser Baby per Kaiserschnitt zu holen. Und dann ging alles unheimlich schnell! Binnen ein paar Minuten war ich im OP-Outfit und wurde schon in den OP gebracht. Mein Freund und ich waren total fertig und haben beide nur geheult vor Aufregung und ich natürlich auch aus Angst vor der OP! Im OP angekommen, wurde ich auch dort irre schnell fertig gemacht und dann wurde mir auch schon die PDA verabreicht. Es war ein total komisches Gefühl vom Bauch abwärts nichts mehr zu Spüren und mich nicht mehr bewegen zu können und trotzdem hatte ich total schiss doch etwas von den Schmerzen zu spüren. Ich hatte ausdrücklich darum gebeten, dass mir nicht gesagt wird wann sie beginnen. Dann hab ich einen Druck am Bauch gespürt und als ich noch dachte „Aha, jetzt geht’s los..“, da hörte ich auch schon den ersten Schrei von meinem Baby! Und meine Ärztin schaute über den Vorhang und sagte:“Gratuliere zu ihrem kleinen Tobias!“ Und dann hab ich wieder total geweint vor Glück! Sie haben ihn mir kurz hingehalten um ihn mir anzusehen und ihn zu küssen, aber dann haben sie ihn zum Kinderarzt gebracht, während ich wieder zugemacht wurde!

Ich habe ihn dann leider erst am nächsten Morgen zu mir auf den Arm nehmen können, aber dafür umso länger und intensiver! Durch die OP-Schmerzen waren die 2 Wochen ganz schrecklich, vor allem weil ich gegen Kaiserschnitt bin, aber im nachhinein gesehen war es besser so, denn der Kleine hat sich mit seinem Arm den Weg versperrt und ist deshalb nicht in den Geburtskanal gerutscht.

Jetzt ist Tobias 8 Wochen alt und wohl auf, und wir sind überglücklich über unser kleines-großes Weihnachtswunder!!


 
Herzlichen Dank für diesen bewegenden Geburtsbericht an Andrea R.
 
 
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