Der errechnete Geburtstermin für unsere kleine Maus war der 14. August 2005.
Die Schwangerschaft davor war recht turbulent. Der Beginn war schon nicht so, wie ich es mir eigentlich immer gewünscht hatte (erzählen, und alle freuen sich, …).
Meine Eltern waren extrem böse auf mich, ich war ja noch so jung (19). Aber ich und mein Mann (damals noch Freund) waren uns sicher, dass wir es schaffen werden, egal was komme.
Die Verwandten von meinem Mann waren gleich von Anfang an total begeistert. Bei meiner Seite dauerte das etwas länger. Im 5. Monat starb dann mein Vater, und es machten sich alle Sorgen, dass durch die psychische Belastung mit der kleinen Maus etwas sein könnte. Komischerweise hatte ich nie solche Befürchtungen, ich wusste von Anfang an, dass alles gut gehen werde.
Im Juli heirateten Stefan und ich standesamtlich. Weil ich noch „richtig“ zu ihm gehören wollte, bevor die Kleine auf die Welt kam.
Im August warteten wir dann jeden Tag, dass es endlich losging, aber nichts tat sich. Ab dem 14. mussten wir jeden zweiten Tag ins Krankenhaus zum CTG. Am 24.ten wurde dann endlich beschlossen am nächsten Tag in der Früh einzuleiten. Ich schlief in der Nacht noch mal sehr gut (zum letzten Mal für längere Zeit).
Um 8.00 waren wir dann im Krankenhaus. Ich wurde ans CTG gehängt und anschließend bekam ich die erste Tablette. Ich blieb kurz liegen, dann ging ich spazieren und wartete … Nichts geschah, nicht eine kleine Wehe.
Am Nachmittag bekam ich dann die nächste Tablette. Wieder kurz liegen, dann spazieren … Um 19.00 dann endlich die ersten Ausschläge am CTG, schon ziemlich heftig, obwohl ich noch nicht wirklich viel spürte. Der Muttermund war aber erst einen guten Zentimeter offen.
Ab 21.00 waren dann die Wehen echt heftig. Nichts mit „die Wehen kommen erst in größeren Abständen und werden dann immer kürzer“. Von neun Uhr an immer alle drei Minuten heftige Wehen. Das schlimmste daran war, dass das CTG keine Wehen bemerkte. Ich bekam schön langsam Angst. Wenn das keine Wehen waren, was kommt dann noch? So lief ich die ganze Nacht im Zimmer auf und ab und versuchte die Wehen zu veratmen. Mein Mann schlief daneben im Bett. Ab und zu fragte er besorgt, ob er die Hebamme holen soll, und ich erklärte ihm, dass es ganz normal ist, dass Wehen weh tun ;-)
Irgendwann in der Nacht (inzwischen hatte ich kein Zeitgefühl mehr) gingen die Herztöne von der Kleinen runter und ich durfte nur mehr liegen (jetzt schon im Wehenzimmer). Das war so ziemlich die schlimmste Phase der Geburt. Ich konnte mich überhaupt nicht mehr entspannen zwischen den Wehen. Ich bekam dann irgendeine Spritze in den Oberschenkel und es ging für eine kurze Weile ein bisschen besser.
So gegen 6.00 Uhr (mittlerweile war schon der 26. August angebrochen) musste ich ganz ganz dringend aufs Klo. Die Hebamme wollte erst noch warten, bis die Infusion fertig war (gegen irgendwelche Pilze, die sich bei mir im Geburtskanal festgesetzt
hatten), aber irgendwann wurde es mir zu lang und ich ging mit samt der Infusion aufs Klo. Dort spürte ich die ersten Presswehen (auch wenn es mir keiner glaubte ;-)).
Mein Frauenarzt schaute gleich zu Beginn seiner Schicht (so ca. 7.00) bei mir vorbei und stellte fest, dass mein Muttermund erst 5 cm offen war!!!!!!! Ich dachte ich spinne. Der FA meinte, er schaue kurz zu einer Besprechung und komme dann gleich wieder. Aber ab jetzt ging alles ganz schnell. Jeder sagte mir ich darf noch nicht pressen, es ist noch zu früh. HAHAHA! Gut und wie?! Irgendwann durfte ich dann doch endlich pressen. Ich weiß nicht mehr wie oft. Ich weiß nur dass es ein angenehmes Gefühl war, endlich aktiv mitwirken zu können. Ich wurde noch geschnitten, bekam aber nicht viel davon mit.
Und um 7.58 in der Früh, am 26. August 2005 (12 Tage später als erwartet) hörten wir endlich den ersten Schrei unserer kleinen Maus. Es war ein unbeschreibliches Gefühl die Kleine endlich auf der Brust zu spüren. Und warm-feucht, weil sie gleich einmal ihre Blase entleerte ;-)
Uns wurde viel Zeit gegeben. Mein Mann schnitt die Nabelschnur durch und die Kleine durfte eine halbe Stunde bei mir bleiben, bevor sie gewogen und gemessen wurde. Unser kleines Wunder Anna war 51 cm groß und 3650 g schwer.
Am Ende ging es so schnell, dass es mein FA gar nicht mehr rechtzeitig schaffte um noch dabei zu sein. Aber wir brauchten ihn ja auch gottseidank nicht.
Obwohl, oder gerade eben weil, ich noch sehr jung war und auch keinen Geburtsvorbereitungskurs besucht hatte, hatte ich eine wunderschöne Geburt.
Hoffentlich ist es mir diesmal genauso vergönnt.