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Bilderbuchgeburt
Leider wollte unser Sohn kein Frauentagskind werden, denn das war der eigentliche Geburtstermin. Nein, er lies uns warten und meine Ungeduld stieg von Tag zu Tag. Ich wollte wieder nachts durchschlafen (ha, ha, welch Ironie), den überdimensionalen Bauch loswerden, es war für mich einfach nicht mehr schön.

Am 13. März. 2006 musste ich, wie jeden Tag (da ich ja überfällig war), zum CTG und hoffte, wie jeden Tag, das man endlich Wehentätigkeit erkennt, denn ich wäre am liebsten im Krankenhaus geblieben. Und wieder nichts.

Es war gegen 21,00 Uhr als ich die ersten leichten Wehen spürte, die ich aber als solchen nicht wahrnahm, da ja immer irgendwelche kleinen Wehwehchen hat (auch eingebildete).

Mein Mann und ich gingen ca 22.00 Uhr ins Bett, aber ich konnte, wie schon die letzten Tage, nicht einschlafen, bzw. Überhaupt schlafen. Und die Wehen wurden schlimmer.

So gegen 23.00 Uhr wurde ich dann immer ungeduldiger, da ich jetzt auch wusste, das es richtige Wehen waren. Ich weckte meinen Mann und teilte ihn mit, das ich mich jetzt duschen gehe und er mich dann ins Krankenhaus bringen soll. Wir beide waren erstaunt ruhig, auch ich hatte überhaupt keine Angst mehr, sie wurde im Laufe der Schwangerschaft eh weniger. Und mein Mann ist eh, die ruhe selbst, auch wenn er nervös gewesen wäre, hätte er es mir nicht gezeigt.

Punkt 24.00 Uhr (das habe ich mir gemerkt;-)) waren wir dann im Krankenhaus und die wehen wurden immer schlimmer, ich hatte kaum noch Pausen.
Ich wurde zuerst untersucht, mein Muttermund war NUR 2cm geöffnet. Dann die übliche Prozedur. Ausziehen, Kittel anziehen, Toilettengang, CTG anschließen, weiter Schmerzen haben. Dann versuchte ich mich in der
Wanne zu entspannen, welches ich persönlich als unangenehm empfand. Ich bin nach zwei Minuten wieder rausgegangen.

Als sie mich erneut untersuchten, war mein Muttermund nicht weiter geöffnet, das war so gegen 1.00 Uhr. Die Schwester meinten, das ich die Nacht dort schlafen soll und mein Mann nach hause kann.”Na toll, ich will, das er jetzt kommt und nicht erst morgen”, dachte ich mit Enttäuschung. Ich fragte auch die Hebamme, woran ich es merke, das es los geht. (Gott sei dank, stellte sich später heraus) Sie meinte, wenn ich das Gefühl hätte, das es nach hinten raus drückt, nicht nach vorne, wie am anfang.

Mein Mann ging nach hause, ich bekam eine Spritze und wurde alleine gelassen. Ich konnte aber absolut nicht schlafen, ich hatte eine Wehe nach der anderen, es waren vielleicht 10 sek. Pause dazwischen. Dann kam auf einmal, das Gefühl, das alles nach hinten raus drückte.

Es war gerade mal eine halbe Stunde vergangen, (also 1.30 Uhr) ich wurde unruhig und klingelte nach der Hebamme, die sicher schon genervt war, auch wenn sie es mir nicht zeigte. Ich schilderte ihr, was ich fühlte und sie rief gelassen nach der Ärztin, denn sie schien mich nicht richtig ernst zu nehmen. Die Ärztin kam und untersuchte den Muttermund. Plötzlich nahm mann mich ernst. Sie meinte dann zur Hebamme “Ups, holen sie sofort ihren Mann zurück, es geht los.” Es hat sich in einer halben Stunde Mein Muttermund von 2cm auf 10cm geöffnet. Und meine Wehen wurden immer heftiger.

Ich fragte so in meiner Benommenheit (denn die Spritze tat Ihre Wirkung, nahm mir aber leider nicht die Schmerzen), ob denn meine Fruchtblase schon offen sei, sie verneinten und wollten auf meinen Mann warten.
Ich dachte, wozu? Und sagte ihnen, das sie die Blase bitte sofort öffnen sollen, denn, wenn die Blase zu ist, ist der Druck noch etwas schlimmer.

Gegen 2.00 Uhr kam dann mein Mann um mich moralisch zu unterstützen. Aber in dem Moment wäre es mir wirklich egal gewesen, ob er es geschafft hätte, oder nicht. Es hätte auch ne ganze Kompanie Männer um mich rum stehen können, das wäre mir sooo egal gewesen. Denn das einzige was mich nur interessiert hat, war, das mein Sohn endlich rauskommen soll ;-).

Nun begannen auch die Presswehen. Und ich durfte nicht! Das war schlimm. Ich musste mich auch die ganze zeit von einer Seite zur anderen drehen. Und ich wollte nicht! Das war auch schlimm (unter Wehen dich bewegen). Das ging so ne Stunde.

Es war ca. 3.00 Uhr und ich durfte endlich pressen. Und das schlimmste war auch vorbei, denn die Presswehen sind erträglicher, und noch erträglicher, wenn man mit pressen darf.

Stückchen für Stückchen bahnte sich unser Sohn den Weg in unsere Welt. Zwischendurch merkte ich einen heftigen stich und wusste sofort, das ich geschnitten wurde. Dann, um 3.38 Uhr war es endlich geschafft und Janis wurde mir auf den bauch gelegt. Dumm war nur, dass durch die Spritze, auch meine Emotionen lahmgelegt wurde. Ich empfand erstmal nichts,kein Mutterglück, gar nichts. Ich war enttäuscht. Ich dachte vorher immer, ich heule vor Glück.

Nun wurde zusammengeflickt und mein Mann durfte Janis baden und anziehen. Ich konnte spüren, das er stolz und Glücklich war.  Danach legte ich ihn das erste mal an, was gar nicht so einfach ist.

Nach zwei Stunden fuhr mein Mann nach hause, ich wurde ins Zimmer geschoben und Janis kam die erste (halbe) Nacht ins Kinderzimmer. Ich konnte nicht mehr schlafen, denn meine Gedanken spielten Karussell und mir wurde immer bewusster, das ich gerade Mutter geworden bin. Das ist ein Wunderbares Gefühl und ich war glücklich. Ich konnte es auch kaum abwarten, das die Babys ins Zimmer kamen. Die ersten Tage habe ich ihn viel beobachtet, ich konnte einfach die Augen nicht von Ihm lassen. Ein Baby ist ein Wunder!

Heute ist er 6 Monate alt und hat nicht mehr viel mit dem kleinen ruhigen Baby gemeinsam, was er mal war. Er strotzt vor Lebensenergie. Wie lieben Ihn sehr. Er ist unser ein und alles, unser Lebensinhalt, unser kleiner Janis.

LG Dana
                       
PS: warum Ich als Überschrift “Bilderbuchgeburt” wählte? Sie war zwar heftig, aber dafür schnell, ohne Komplikationen und ich habe einen Gesunden Jungen zur Welt gebracht.

 
 
 
 
 
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