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Marcel, September 2005

 

Da ich ja schon 8 Tage übern Termin war, meinte das KH ich solle am 9. Tag mal zum Wehenbelastungstest kommen und viele Frauen sprechen darauf an und bekommen dadurch Geburtswehen.
Gesagt getan, ich hatte noch Hoffnung, denn bis jetzt hatte ich ja nichts gespürt.

Dienstag, 27.9.2005

8:00: Angekommen im KH. Ab in den Kreissaal. Muttermund kontrolliert ca. 3cm offen. Wurde dann an den leichten Wehentropf und ans CTG angehängt. 1 1/2 Std. lang.

9:30: Es tut sich nichts. Nicht mal eine Wehe. Bekomme mein Zimmer und soll warten. Spazieren gehen, Stiegen steigen usw. und mich melden sobald ich etwas spüre.
Die Zeit vergeht, es tut sich nichts.

17:00: Ich bin mittlerweile sicherlich 6 mal die 4 Stöcke im KH von Keller bis ins Dachgeschoss im Schnellschritt gegangen. Außer einen Muskelkater hatte ich nachher nichts.

20:00: Abendvisite, Arzt kommt und meint, morgen 5 Uhr Früh bekomm ich ein Einleitungszäpfchen, wenns dann nichts hilft 6 Stunden später noch eines.
Hatte ja noch ein bisschen Hoffnung...

Mittwoch, 28.9.2005

Die Nacht hab ich super geschlafen.

5:30: Hebamme kommt und legt mir das Einleitungszäpfchen. Ich soll mich melden wenn was passiert...
Die Stunden ziehen vorbei, es wird Mittag (bis dazwischen zig Mal am CTG gehängt, nicht mal EINE Wehe), in der Zwischenzeit war ich wieder fleissig auf meinen Stiegen unterwegs und es tat sich NICHTS ... Ich war leicht am verzweifeln.
Arzt und Hebammen meinen wir warten noch ein paar Stunden mit dem nächsten Zäpfchen.

15:00: Ich hab jegliches Zeitgefühl vergessen. Bis ich totale krampfartige Schmerzen bis ins Kreuz spüre, in 2-3 Minuten Takt.

16:00: Hebamme bringt mich in den Kreissaal schließt mich ans CTG. Schmerzen werden heftiger. MuMu 4cm. Bekomme einen Einlauf und werde auf die Geburt "vorbereitet".

17:00: Ich halt das Liegen nicht mehr aus und gehe am Gang ganz langsam spazieren. Lehne noch jegliche Schmerzmittel ab.

17:45: Ich bettle um eine PDA. Anästhesist kommt. PDA tat höllisch weh, musste 4 mal stechen, da ich nach einem Unfall Verwachsungen im Gewebe hatte. Nach vielen Tränen, spürte ich endlich Taubheit von der Brust bis zu den Beinen. Ich war erleichtert und konnte endlich durchatmen. MuMu noch immer bei 4cm.

18:15: Werde kurze Zeit an den Wehentropf angehängt und leicht aufgedreht um nachzuhelfen. CTG zeigt seit Stunden nichts an.

18:30: Arzt kommt, meint der Kopf des Babys liegt viel zu weit oben, da wird sich noch länger nichts tun. Entweder es tut sich in der Nacht was oder morgen in der Früh wird der KS durchgeführt, da es dann zu Komplikationen kommen kann. Wehentropf wird abgestellt.

18:45: Arzt kommt wieder und meint, es wäre genug Personal da, es wird sich in der Nacht von alleine nichts tun, da der Kopf zu weit oben ist. Wir könnten den KS auch jetzt machen. Ich hatte fürchterliche Angst, war aber einerseits auch erleichtert. Anästhesist kommt, spritzt PDA nach. Vor lauter Mittel Aufregung, hab ich mich müssen. Also gut gings mir bei Gott nicht.

19:00: Ich war fertig für den OP, am Weg in den OP, hab ich mich vor lauter Angst ein zweites Mal übergeben. Mama und mein Freund waren die ganze Zeit dabei. Wollte, dass meine Mutter mit in den OP kommt, mein Freund wartete genau vorm OP.

19:10: Ich lieg im OP, alle werkeln um mich herum, mir wird schweinekalt ich zittere am ganzen Körper und hab furchtbare Angst etwas zu spüren.
Von da an, ging alles ganz schnell...Spürte das ruckeln in meinem Bauch und es war extrem unangenehm, aber ich hab nicht genauer drüber nachgedacht, ob das jetzt Schmerzen sind oder nicht, ich wollte einfach, dass alles vorbei ist.

19:37: Marcel ist endlich da. Er hat die Nabelschnur um den Hals, mehr kann ich nicht hören. Hebamme läuft mit ihm bei mir vorbei. Ich frage Mama wie er aussieht und wie es ihm geht, denn ich höre ihn nicht schreien und bin beunruhigt. Plötzlich hab ich ihn neben mir...Gesicht an Gesicht. Es sieht noch so "frisch" und "zusammengeknautscht" aus, und es war ganz leise und schaute mich nur an.

19:45: Alle waren weg. Mama, mein Kind, die Hebammen und ich bin alleine dort und die Zeit vergeht überhaupt nicht beim nähen, will immer wen haben der mich ablenkt, aber es ist niemand da. Mir wird immer kälter...

20:45: Wir sind endlich komplett fertig. Mama wartet vorm OP, ich komm in den Aufwachraum. Marcel ist beim Papa im Kinderzimmer. Mir wird gesagt ich muss 2 Stunden im Aufwachraum bleiben. Bekam eine Infusion und spürte meine Beine sehr schnell wieder. Hatte aber noch keine Schmerzen. Wurde mit einem "Staubsauger" unter der Decke gewärmt.

21:45: Ich bestehe darauf ins Zimmer zu kommen. Ich will zu meinem Freund und meinem Kind. Schwester ruft die Hebammen. 5 Minuten später sind sie da und bringen mich ins Zimmer. Dort oben lieg ich dann, mit meinem Sohn neben mir und meinem Freund auf der anderen Seite und gegen 0 Uhr bin ich endlich geschafft, aber erleichtert, wenn auch unter Schmerzen süß und selig eingeschlafen ...

 

 
Geburtsbericht von Katharina O.
 
 
 
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